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Die Frozen Shoulder (adhäsive Kapsulitis) ist eine der frustrierendsten Schultererkrankungen: Die Schulter wird über Monate immer steifer, alltägliche Bewegungen wie Haare kämmen oder Jacke anziehen werden zur Qual. Die gute Nachricht: Eine Frozen Shoulder heilt, aber der Weg dorthin braucht Geduld und die richtige Therapie.
Was passiert bei einer Frozen Shoulder?
Bei einer Frozen Shoulder entzündet sich die Gelenkkapsel der Schulter und verdickt sich. Dadurch bilden sich Verklebungen (Adhäsionen), die die Beweglichkeit zunehmend einschränken. Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Was passiert im Körper
Besonders betroffen sind:
- Menschen zwischen 40 und 60 Jahren
- Frauen häufiger als Männer
- Diabetiker (bis zu 5× höheres Risiko)
- Nach Schulter-OPs oder längerer Ruhigstellung
- Bei Schilddrüsenerkrankungen
Die 3 Phasen der Frozen Shoulder
Phase 1: Einfrieren (Freezing), 2 bis 9 Monate
Zunehmender Schmerz, besonders nachts. Die Beweglichkeit nimmt langsam ab. Viele Patienten vermuten zunächst eine einfache Schulterentzündung. In dieser Phase steht Schmerzmanagement im Vordergrund, nicht aggressives Dehnen.
Phase 2: Frozen, 4 bis 12 Monate
Der Schmerz lässt nach, aber die Schulter ist deutlich eingesteift. Heben des Arms über Schulterhöhe, Rotation und Griff hinter den Rücken sind stark eingeschränkt. Jetzt beginnt die aktive Phase der Physiotherapie.
Phase 3: Auftauen (Thawing), 5 bis 24 Monate
Die Beweglichkeit kehrt schrittweise zurück. Physiotherapie kann Sie dabei unterstützen, die Beweglichkeit und Funktion Schritt für Schritt wieder aufzubauen.
Physiotherapie bei Frozen Shoulder
Die Behandlung muss an die jeweilige Phase angepasst sein. Das macht den Unterschied:
- Phase 1: Sanfte Pendel-Übungen, Schmerzlinderung durch Wärmetherapie, kein forciertes Dehnen
- Phase 2: Mobilisation der Schulter durch gezielte Übungen, progressive Dehnung, Krankengymnastik
- Phase 3: Aktive Kräftigung, gerätegestütztes Training, Wiedereingliederung in Sport und Alltag
3 Übungen bei Frozen Shoulder

So läuft die Bewegung
1. Pendel-Übung (alle Phasen)
Beugen Sie sich nach vorne, stützen Sie sich mit der gesunden Hand ab. Lassen Sie den betroffenen Arm locker hängen und schwingen Sie ihn sanft in kleinen Kreisen, erst im Uhrzeigersinn, dann dagegen. 1–2 Minuten, 3× täglich. Das Gewicht des Arms erzeugt eine sanfte Traktion, die die Kapsel dehnt ohne zu reizen.

So läuft die Bewegung
2. Wandklettern (Phase 2 & 3)
Stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand. „Klettern" Sie mit den Fingern der betroffenen Seite langsam die Wand hinauf, so hoch wie schmerzfrei möglich. Markieren Sie die Höhe und versuchen Sie, diese täglich minimal zu steigern. 10 Wiederholungen, 2× täglich. Auch seitlich zur Wand für die Außenrotation.

So läuft die Bewegung
3. Stock-Dehnung (Phase 2 & 3)
Halten Sie einen Besenstiel oder Handtuch mit beiden Händen vor dem Körper. Führen Sie den Stock langsam über den Kopf nach hinten. Die gesunde Hand unterstützt dabei die betroffene Seite. Gehen Sie nur so weit wie es tolerierbar ist (leichter Dehnschmerz ist ok, kein scharfer Schmerz). 10 Wiederholungen, 2× täglich.
Wie lange dauert die Heilung?
Ehrlich: Eine Frozen Shoulder braucht Zeit. Der gesamte Verlauf dauert typischerweise 12 bis 30 Monate. Mit konsequenter Physiotherapie können Sie diesen Zeitraum verkürzen und die Beweglichkeit schneller zurückgewinnen. Studien zeigen, dass Patienten mit regelmäßiger Therapie deutlich bessere Ergebnisse erzielen als bei reinem Abwarten.
Weitere häufige Ursachen von Schulterschmerzen sind die Kalkschulter und das Schulterimpingement, beide haben einen eigenen Ratgeber.
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